Montag, 26. September 2016

Tipps und Tricks für Wohnungslose in Deutschland. Teil 3: Die Sesshaftmachung. Eine Parkbank ist kein Zuhause.

Teil 3. Tipps und Tricks für Obdachlose und Nichtsesshafte.

Eine Parkbank ist kein Zuhause oder runter von der Straße.


Wollen Sie das Leben auf der Straße beenden und sesshaft werden? Es gibt mehrere Wege die Obdachlosigkeit zu beenden. Hier ein praktisches Beispiel:
Sie gehen zu einer Facheinrichtung der Wohnungslosenhilfe und bitten um Hilfe zur Sesshaftmachung. Klagen Sie Ihr Leid und warten die Fragen ab. Reden Sie nur über ihre aktuelle Lebenslage, den Hilfebedarf und beantworten Sie dann die Fragen in kurz und knapp formuliert. Keine Romane erzählen, eher ein paar Anekdoten aus ihrem Leben und den gesammelten Erfahrungen.

Gegenwärtig gibt es die folgenden Hilfeformen zur Sesshaftmachung:

1. Vollstationäre Einrichtungen.
Wohnheime mit Vollverpflegung, Taschengeld und die Möglichkeiten an eine berufliche Ausbildung oder an Arbeit zukommen.
2. Teilstationäre Einrichtungen.
Wohnheime mit Teilverpflegung oder Selbstverpflegung, Taschengeld mit Verpflegungsgeld, sowie die Möglichkeiten an eine berufliche Ausbildung oder an Arbeit zukommen.
3. Ambulante Wohnprojekte.
Zum Beispiel das Betreute Wohnen in Wohngemeinschaften oder in Übergangswohnungen.
Im Regelfall gibt es dann den Regelsatz und ein Einzelzimmer bei Selbstverpflegung.

Für welches Angebot Sie sich auch entscheiden werden oder wollen? Denken Sie daran, ein gesundes Maß an Misstrauen schadet nicht. Sein Sie nicht zu redselig gegenüber Fremden und den neuen möchte gern Freunden. Denn nicht jeder der Ihnen freundlich ins Gesicht lächelt meint es auch so freundlich mit Ihnen.
   

Tipps und Tricks für Wohnungslose in Deutschland. Teil 2: Tagessätze für Obdachlose und Nichtsesshafte.

Teil 2: Tipps und Tricks für mittellose Wohnungslose.

Tagessätze und Regelsätze für Obdachlose und Nichtsesshafte.


Obdachlose und Nichtsesshafte (Personen ohne festen Wohnsitz) haben in Deutschland Anspruch auf materielle Hilfeleistungen nach den geltenden Hartz IV-Gesetze für das Arbeitslosengeld II (SGB II) oder die Grundsicherung nach SGB XII.
In beiden Fällen stehen Ihnen als Durchreisende die Tagessätze und als Wohnungsloser vor Ort auch der Regelsatz zu. Auskunft gibt Ihnen hierzu das Jobcenter, Sozialamt, Landkreis, sowie die Anlauf- und Beratungsstellen für Wohnungslose vor Ort.
Im Regelfall werden die Tagessätze nach Vorlage eines gültigen Bundespersonalausweis an den Werktagen vormittags ausbezahlt. Ausnahme bilden die Wochenenden und die Feiertage. Im Vorfeld hierzu werden dann die Tages verlängerten Sätze gezahlt, im Volksmund auch Wochenendsätze. Aktuell bekommen Leistungsberechtigte Einzelpersonen im Monat den Regelsatz von 404 Euro. Der Tagessatz ist Teil des monatlichen Regelsatz und wird Deutschlandweit wie folgt berechnet:
Teilen Sie die 404 Euro durch die Anzahl der jeweiligen Tage des laufenden Monat und schon haben Sie den Tagessatz. Zum Beispiel 404 geteilt durch 30 ist 13,47 Euro als Tagessatz.
Obdachlose die sich Dauerhaft vor Ort aufhalten bekommen im Regelfall auch den Regelsatz am Monatsanfang komplett auf einmal ausbezahlt!

Bitte denken Sie daran, an vielen kleinen Orten haben die Landkreise das Auszahlrecht und nicht wie in den größeren Städte üblich die Jobcenter oder die Sozialämter. Wichtig! Lassen Sie sich alles schriftlich geben. Bestehen Sie darauf, es ist Ihr gutes Recht. Wird Ihnen einmal die Auszahlung zu Unrecht verwehrt? Bleiben Sie ruhig, freundlich und sachlich korrekt. Wenden Sie sich mit ihrem Anliegen umgehend an die Amtsleitung oder gehen im Härtefall mit ihren Unterlagen gleich zum nächstliegenden und zuständigen Amtsgericht. Bei Schwierigkeiten mit Ämtern und Behörden können Ihnen auch die Sozialen Dienste der Wohnungslosenhilfe vor Ort weiterhelfen, denn dafür sind die Stellen da.

Übrigens zahlen auch viele Soziale Dienste der Wohnungslosenhilfe den Tagessatz auch in deren Einrichtungen Ersatzweise aus. Zum Beispiel die Anlauf- und Beratungsstellen etc.

Tipps und Tricks für Wohnungslose in Deutschland. Teil 1: Notunterkünfte und Notübernachtungen.

Teil 1: Tipps und Tricks für Obdachlose und Nichtsesshafte in Notunterkünften und Notübernachtungen.


Auf der Straße oder unter Brücken schlafen muss heute hier niemand mehr. Mittlerweile gibt es sogenannte Notschlafstellen fast überall. Personen ohne festen Wohnsitz finden dort für wenigstens eine Nacht ein Bett, Dusche, WC etc. Im Regelfall gibt es in allen deutschen Städten und Landkreisen ab 50 000 Einwohner aufwärts sogenannte Notschlafstellen für Obdachlose und Nichtsesshafte. Auskunft zu den Notschlafstellen bekommen Sie u.a. von Bahnhofsmissionen, Bahnpolizei, sowie Anlauf- und Beratungsstellen für Wohnungslose und Personen in Sozial schwierigen Lebenslagen.

Über die Qualität der Notunterkünfte gehen die Meinungen bekanntlich weit auseinander.
Hier der erste Tipp, wenn Sie Schaden frei durch die Nacht kommen wollen? Achten Sie auf ihre Habseligkeiten und vor allem auf ihre Wertgegenstände. Deponieren Sie ihre Wertgegenstände in ein Schließfach oder legen Sie ihre Wertgegenstände in einen kleinen Beutel und tragen diesen entweder um den Bauch oder um den Hals. Wertgegenstände sind immer am Körper zu tragen. Passen Sie auch auf ihre Habseligkeiten gut auf. Wenn Sie kein Schließfach zum deponieren haben, dann legen sie ihre Habseligkeiten wie Rucksack oder Reisetasche auf ihr Bett oder unter ihr Bett, aber immer direkt in ihrer Nähe. Falls Ihnen Mitarbeiter der Notschlafstelle einen Unterstellplatz für ihre Sachen anbieten, lassen Sie es sich von der oder die Person schriftlich bestätigen, denn Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser!

Denken Sie daran das Sie in Notunterkünften mit Mehrbettzimmern oder in nicht abschließbaren Schlafräumen mit allem Rechnen müssen, sowohl im guten als auch im schlechten Sinn. Achten Sie daher auf Ihre Wertsachen, Ihre Habseligkeiten und auch auf sich selbst. Denn in vielen Notunterkünften gilt, wenn das Personal außer Sicht- und Reichweite ist, das Recht des Stärkeren!
Mein Tipp: Meiden Sie kleine und größere Ansammlungen wo Alkohol oder Drogen konsumiert werden und nehmen Sie keine Einladungen von fremden Personen an daran teilzunehmen.
Verleihen Sie kein Geld und kokettieren Sie nicht mit Ihren Wertgegenständen. Sagen Sie das Sie arm und mittellos sind.